22.07.2018
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Alles begann 1923 in einer Autowerkstatt <br>Eine wertvolle Erfindung: Klebebänder von 3M

Klebebänder von 3M: Eine wertvolle Erfindung
Alles begann 1923 in einer Autowerkstatt

Vieles, was heute aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken ist, war einmal eine große Erfindung. Das gilt auch für die Klebebänder von 3M, die in Haushalt und Büro, in Handwerk und Industrie, sogar in Medizin und Forschung unersetzlich geworden sind.

Das 1902 in Two Harbors im US-Staat Minnesota gegründete Unternehmen war eigentlich auf die Herstellung von Schleifpapier spezialisiert. Es war 1923, als der Ingenieur Richard  G. Drew Muster eines neuen, wasserfesten Schleifpapiers in eine Autolackiererei brachte, um sie dort testen zu lassen. Dabei erfuhr er von dem Problem bei der zweifarbigen Autolackierung, die bereits fertig gestellten Teile abzudecken. Der junge Mitarbeiter machte sich daran, eine Lösung zu finden.

Zwei Jahre lang experimentierte er unter anderem mit pflanzlichen Ölen, Harzen und Gummi. 1925 präsentierte er sein erstes Ergebnis. Das nur an den Rändern mit Klebstoff beschichtete Trägermaterial aus Krepp-Papier haftete jedoch nicht ausreichend. Richard G. Drew verbesserte sein Klebeband, indem er das Trägermaterial vollständig beschichtete. Er schickte neue Muster an Autohersteller in Detroit. Sie bestellten sofort drei Lkw-Ladungen voll. Das erste Abdeckklebeband war auf dem Markt. Der heute noch gültige Markenname ”Scotch” für mittlerweile viele hundert verschiedene Klebebänder wird mit dieser Entstehungsgeschichte in Verbindung gebracht. ”Bring das Band zurück zu deinen ‘schottischen’ Chefs und sag ihnen, sie sollen es überall mit Klebstoff versehen und nicht nur an den Rändern”, sollen die Autohersteller Richard G. Drew mit seinen ersten Mustern wieder nach Hause geschickt haben.

1930: Das erste transparente Klebeband der Welt

Fünf Jahre nach dem Abdeckklebeband erfand Richard G. Drew das erste transparente Klebeband. Gedacht war es für Bäcker, Fleischverarbeiter und Lebensmittelhändler, die auf der Suche nach einem Verschluss für ihre Cellophan-Verpackungen waren. Am 8. September 1930 wurde die erste Testsendung ausgeliefert. Die wirtschaftliche Depression brachte dem neuen Produkt einen ungeahnten Erfolg. In Zeiten der Sparsamkeit ließ sich damit so manches reparieren. Zudem entwickelte der Verkaufsmanager John A. Borden 1932 den ersten Abroller mit eingebautem Schneidemesser, der die Anwendung des Produkts weiter vereinfachte. Im Zweiten Weltkrieg war die Nachfrage nach Scotch Klebeband so groß, dass das  Unternehmen mit der Lieferung nicht mehr nachkam und sich in Anzeigen dafür entschuldigte.   

1945 waren zehn verschiedene Klebebänder mit dem farbigen Schottenmuster als Markenzeichen auf dem Markt, heute sind es mehr als 900.

Sie sind transparent, farbig oder lichtdurchlässig, dehnbar oder reißfest, mit Glas- oder Polyesterfasern verstärkt, wasserfest oder resistent gegen Öl und Säure, hitze- oder kältebeständig.

Ein- oder doppelseitig klebend findet man sie in unzähligen Einsatzbereichen. Ihre Leistungsmerkmale sind auf die individuellen Anforderungen abgestimmt. Risse in Buchseiten oder Geldscheinen lassen sich damit ebenso leicht beheben wie solche in Taubeneiern, die nach einer ”Reparatur” mit Klebeband problemlos weiter ausgebrütet werden können. Die Beispiele der Anwendungen dieser Klebebänder addieren sich ins Unendliche.

1980: VHB Klebebänder ersetzen Nieten und Schrauben

Im Jahre 1961 perfektionierte 3M die transparenten Klebebänder, die fortan nicht mehr vergilbten und über die Zeit nicht mehr an Klebkraft verloren. Blieb jedoch das Problem, dass Klebebänder in stark beanspruchten Anwendungen, zum Beispiel bei der Verbindung verschiedener Fügepartner, weiterhin nicht einsetzbar waren. Nach intensiver Forschung gab es im Jahre 1980 aber auch dafür eine Lösung: die VHB Hochleistungs-Verbindungssysteme (VHB = Verbindungen Höchster Belastbarkeit). Sie überwanden den Nachteil der wesentlich geringeren Festigkeit aller bis dahin bekannten Haftklebebänder im Vergleich mit Klebstoffen.

Wo man es bisher für nötig gehalten hatte, mechanische Verbindungen wie Nieten oder Schrauben einzusetzen, zu schweißen oder mit Struktur-Klebstoff zu arbeiten, reicht seitdem in vielen Fällen ein Klebeband.

Eingesetzt werden diese Produkte heute in fast allen industriellen Bereichen, unter anderem im Fahrzeug-, Schienenfahrzeug-, Flugzeug- und Schiffbau, in der Elektro- und Elektronikindustrie, im Metallbau und in der Schilderindustrie. Aktuelle Anwendungsbeispiele sind Dachkonstruktionen von Lkw-Aufliegern, die Fertigung von Kühldecken oder Solarmodulen für die Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie.

Heute: 3M Forscher auf neuen Wegen

Ein aktueller Schwerpunkt der 3M Klebeband-Forschung ist die Funktionalität der Klebebänder. Ziel ist es, parallel zur Festigkeit unter anderem die thermischen, elektrischen oder auch die optischen Eigenschaften von Klebebändern zu nutzen.

Schließlich konzentriert sich die Arbeit der Wissenschaftler auf die Entwicklung von Klebebändern, die nicht nur auf Glas, Metall, Keramik oder hochwertigen Kunststoffen haften, sondern auch auf niedrigenergetischen, oft strukturierten Werkstoffen, wie es die modernen Kunststoff-Materialien sind. Neue LSE Klebstoff-Filme (LSE = Low Surface Energy) haben sich am Markt bereits in ersten Anwendungen bewährt.

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